Die Geschichte zu Weihnachten anders
Vor Jahren war eine Frau schwanger. Ihr Mann war nicht sicher, ob er sich für den Vater halten sollte, aber die DNA-Analyse war noch nicht erfunden. So nahm er’s mit Humor und tat sein Bestes. Das war zunächst allerdings nicht viel: Er bekam für die Geburt lediglich einen offen stehenden alten Schuppen und nicht einmal eine Hebamme organisiert.
Aber wie so Vieles hatte auch das sein Gutes: Kaum war das Kind nämlich geboren, rauschten überraschender Weise und von sicherem Mutterinstinkt geleitet auch schon drei neugierige Königinnen herein und gratulierten etwas laut aber entzückt. Ihre Männer stritten unterdessen noch mit König Herodes um Sterndeuterei. Fast gleichzeitig kamen von der Wiese nebenan ein paar Frauen hinzu, die da ihre Schafe und Ziegen hüteten. Als sie den kleinen Knaben sahen, schenkten sie ihm ein warmes Schafffell und etwas Wollfett zum Einreiben. Den Eltern gaben Sie ein Stück selbst gemachten Bio-Ziegenkäse. Sie boten auch an, das Kind gelegentlich übers Wochenende zu hüten, damit sich die Eltern mal ein schönes Wochenende zu zweit machen könnten.
Die Königinnen fanden das allerliebst und toppten das Angebot, indem sie das Paar abwechselnd zu verlängerten Wochenenden in ihre Wellness-Paläste einluden. Auch boten sie an, das Baby später auf ihre Kosten mit ihren eigenen Kindern auf ein Eliteinternat zu schicken. Maria und Josef waren überwältigt und willigten in alles begeistert ein.
Mit 12 Jahren fiel der Junge dann schon öffentlich als Wunderkind auf, später studierte er Geisteswissenschaften und wurde schließlich ein engagierter und bärtiger Friedensaktivist. Vermutlich hätte er den Friedensnobelpreis gewinnen können, wäre er nicht bereits vor dessen Erfindung von der staatlichen Zensurbehörde umgebracht worden. Obwohl alle seine 12 Bodyguards anwesend waren, konnten sie weder seine Verhaftung noch seinen Tod verhindern.
Sie organisieren seitdem aber regelmäßige Revivalfeiern und in den nächsten Tagen steht wieder eine an. Alle können von zu Hause aus mitmachen. Sie müssen dort nur mit allen Familienmitgliedern Frieden schließen. Viele machen ein echtes Fest daraus. Wenn auch Ihr mitmachen wollt, dann viel Spaß dabei!
(Winfried Prost)