Tagebuch eines Gesichtsschnitzels, Tag 10
Samstag, den 23. Juni 2007Mein 10. Tag in der Klinik.
Der bayerische Stiernacken, der in meinem Zimmer wohnt hat, nach seiner 8-stündigen OP eine gute Show abgeliefert. Ist gleich mal aufgestanden, hat nach Wasser geschrieen, sich selbst welches geholt als sie ihm keines gegeben haben und im Halbkoma wilde Körperübungen gemacht. “Bei mir geht das schneller, SCHNELLER” hat er dann noch gebrüllt als eine Schwester ihm ihre 25ig-jährige Erfahrung unter die Nase gerieben hat. Beinahe wärs lustig gewesen.
Seit 10 Tagen habe ich mich nun nicht mehr rasiert. Das geht nicht wegen der diversen Nähte in meinem Gesicht. Zu meinem totalen Entsetzen bekomme ich ständig Komplimente wegen des Barts, auch von Menschen, die ich für vernünftig und geschmackvoll gehalten habe. Dabei ist so ein Bart eine rundum bekloppte Angelegenheit. Es juckt, alles bleibt drin hängen und sieht einfach Scheisse aus. Total sinnloser Nachhänger der Evolution. Bin froh, wenn ich mir die blöden Fussel endlich abschneiden darf.